Katastrophenschutz - Marc Brade

Marc Brade
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"Die Redewendung von der "regelrechten Katastrophe" sagt mehr aus über das Wesen der Deutschen als ihre Katastrophen." (Nikolaus Cybinski)
Katastrophenschutz und Zivilschutz
Der Katastrophenschutz muss zusammen mit dem Zivilschutz gedacht werden. Der Zivilschutz ist eine Aufgabe des Bundes. Das Material darf durch die Länder für den Katastrophenschutz mitgenutzt werden. Daher ergeben sich enge Verknüpfungen zwischen Zivil- und Katastrophenschutz. Daraus hat sich bereits ein Fachbegriff entwickelt: Bevölkerungsschutz. Dieser einheitlich beschreibt alle Maßnahmen des Zivilschutzes auf Bundesebene und des Katastrophenschutzes auf Landes- und Kommunalebene.

In unserer Stadt ist zunächst eine Prüfung der Standorte notwendig. Einige Unterkünfte der Freiwilligen Feuerwehr sind zu klein, oder sanierungsbedürftig. Ähnlich sieht es mit dem Gebäude der Berufsfeuerwehr und den Fahrzeughallen aus. In den Fahrzeughallen auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache Mitte (Berufsfeuerwehr, Berliner Str.) befinden sich neben Feuerwehrfahrzeugen auch die Fahrzeuge der "weißen Einheiten" im Katastrophenschutz.
Als "weiße Einheiten" werden die Einheiten des Sanitäts- und Betreuungszuges bezeichnet. Dieser wird durch den ASB Regionalverband Ostthüringen e.V. und dem DRK Kreisverband Gera-Stadt e.V. besetzt. Diese Hallen sind ebenfalls viel zu klein und sanierungsbedürftig. Dazu kommt, dass Feuerwehrfahrzeuge im Freien stehen müssen, da keine Hallen mehr frei sind.

Hier kann ich mir vorstellen ein Katastrophenschutzzentrum zu entwickeln. In diesem wäre die Berufsfeuerwehr, evtl. die Freiwillige Feuerwehr Gera-Mitte, das Technische Hilfswerk, sowie die weißen Einheiten untergebracht. Dazu könnte die Anlage in der Berlinerstraße komplett saniert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Falls das Gelände zu klein ist, gäne es auch andere zentrale Grundstücke, die geeignet sind.

Dieses Katastrophenschutzzentrum hat mehrere Vorteile:

1. Man kann die Leitstelle morderniesieren und auf den notwendigen Stand der digitalen Funktechnik umbauen. Vor allem vor dem Hintergrund der Zusammenlegung von Leitstellen kann sich Gera hier profilieren und den Standort erhalten.

2. Die Wege der verschiedenen Organisationen werden kürzer, denn die Ansprechpartner der Stadt sitzen direkt mit ihnen in einem Gebäude.

3. Die unterschiedichen Katastrophenschutzorganisationen lernen sich gegenseitig kennen und können enger miteinander arbeiten. Dies fördert den Zusammenhalt und hilft im nächsten Einsatz ungemein.

4. Es findet eine Bündelung der Kompetenzen statt, die im Einsatz sehr wertvoll ist.

Allerdings muss der Standort genau geprüft werden, da die Feuerwehren ihre Hilfsfristen weiter einhalten müssen. Das Katastrophenschutzzentrum darf nicht zum Nachteil für den Brandschutz werden.

Ebenso ist ein enger Kontakt zu allen Beteiligten sehr wichtig, um die Planungen zielführend durchführen zu können. Dies ist nicht nur für ein eventuelles Katastrophenschutzzentrum notwendig. Auch in der Alarm- und Ausrückeordnung, also der Grundlage für die Alarmierung von Einsatzkräften, sind alle Hilfsorganisationen einzubeziehen und entsprechend ihrer Aufgaben und Möglichkeiten zu berücksichtigen. Niemand will dabei dem anderen Aufgaben wegnehmen. Jeder hat seine Spezialgebiete und in denen soll und muss er eingesetzt werden.

Für die Stadt Gera ist es auch wichtig, dass alle Finanzmittel gegenüber dem Bund abgerufen werden, die für den Zivilschutz eingestellt sind. Es kann nicht sein, dass Mittel nicht abgerufen werden, nur weil es ein wenig Aufwand ist entsprechende Formulare auszufüllen. Und es kann nicht sein, dass Material von Land und Bund nicht bereitgestellt wird, weil die Verwaltung mitteilt, dass kein Bedarf besteht. Obwohl der Bedarf tatsächlich sehr wohl besteht. Damit könnte Gera Geld sparen und seinen Katastrophenschutz weiter stärken.

Wir müssen bedenken: im Zivil und Katastrophenschutz sind ehrenamtliche Helferinnen und Helfer eingesetzt. Diesen Ehrenamtlern müssen wir die bestmögliche Ausstattung und Ausbildung zur Verfügung stellen. Vor allem wenn uns dies nichts kostet. Damit können wir nicht nur den Schutz für Gera deutlich verbessern, sondern auch die Motivation der Ehrenamtler - die uns alle schützen - steigern.


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